In dieser Folge von Die Abschweifung geht es um ein Thema, das im digitalen Alltag erschreckend normal geworden ist: private Gespräche, Screenshots und heimliche Aufnahmen – und was passiert, wenn sie plötzlich öffentlich gemacht werden.
Ausgehend von einem aktuellen Beispiel spreche ich darüber, wie schnell Worte aus dem Kontext gerissen werden, wie aus privaten Aussagen öffentliche Narrative entstehen und warum sich daraus oft Dynamiken entwickeln, die niemand mehr kontrolliert. Was früher als Vertrauensbruch galt, wird heute als „Beweis“ verkauft – inklusive moralischer Selbstrechtfertigung.
Dabei geht es nicht nur um Recht und Gesetz, sondern um Verantwortung, um Verhältnismäßigkeit und um die Frage, wie leicht sich Täter- und Opferrollen im Internet verschieben. Wann ist es noch ein persönlicher Austausch? Wann beginnt öffentliche Bloßstellung? Und warum wird so oft vergessen, dass das gesprochene Wort in Deutschland nicht ohne Grund geschützt ist?
Diese Folge ist kein Aufruf zur Empörung, sondern eine Einladung zum Nachdenken: über Kommunikation, über digitale Eskalation und darüber, wie viel Schaden ein einzelner Screenshot anrichten kann.
Was meint ihr: stehen lassen, löschen lassen, anzeigen – oder aushalten?
Ich bin gespannt auf eure Gedanken.